Schaue gerade das B-Movie “Plane-Dead”. Bin davon dermaßen gelangweilt, dass ich nebenbei neueste Blog-Einträge usw. im Browser lese. Stoße auf das Blog der Brauseboys und lese, was ich verpasst habe: Die aktuelle MyVideo-Show auf Sat1. Dort wurde heute der Clip “Fischers Fritze” vorgestellt - hier ist zu lesen, wie er dort ankam.
Eins noch von mir: Nils schreibt, die MyVideo-Moderationslady hätte gesagt, dass sich “Fischers Fritze” auf dem Weg in die Charts befindet. Stimmt schon, es gibt ja inzwischen so viele Charts, dass die Aussage nicht falsch sein muß. In den Top Ten eines Portals mit dem schönen Namen “Verfickte Scheisse.com” war der Clip auf Platz 1. Auf irgendwelchen anderen Webseiten, deren Namen ich vergesse habe, auch. Ganze Schulklassen singen den Song, wie man aus dem Gästebuch von www.brauseboys.de eruieren kann.
Zusammenfassend: Das Video ist eines der erfolgreichsten deutschsprachigen viralen Videos der vergangenen 8 Monate, wenn nicht das erfolgreichste. Was virale Videos sind, wird z.B. hier erklärt. Ich erkläre es auch nochmal: Virale Videos sind Clips, die sich dank des Zuspruchs der Community gleichsam von selbst verbreiten. Virale Videos sind momentan ein Thema, auf das jeder ansatzeweise moderne Werber abfährt , weil das Thema eines der ganz heißen Dinge im Web 2.0 ist.
Zur Veranschaulichung: Ich war neulich auf einem Casting, auf dem Gesichter für die Kampagne für den neuen Renault Twingo gesucht wurden. Die Kampagne wird hauptsächlich nicht im TV oder über Print laufen, sondern über virale Clips. Ich durfte mir die Drehzettel (das Wort “Drehbücher” wäre übertrieben) anschauen und bekam einen Einblick, was für Clips geplant sind. Als Überschrift stand auf den Zetteln: Die Werbe-Agentur Soundso etabliert kreative virale Clips für den neuen Twingo im Internet und das ganze wird auch noch extrem preiswert, weil ein Großteil der Clips in Rumänien gedreht wird. Ich schätze mal 50.000 Euro wird die Kampagne kosten. Aber angesichts der Inhalte auf den Drehzetteln befürchte ich, dass es rausgeschmissenes Geld ist. Was auf den Zetteln zu lesen war, war einfach nicht lustig. Vielleicht täusche ich mich auch, wir werden sehen - ab September dürften die Twingo-Clips bei YouTube & Co auftauchen.
Was ich sagen will: Es ist extrem schwierig, erfolgreiche virale Clips zu planen. Ich würde sagen, es ist fast unmöglich - kein Werbe-Affe sollte behaupten: “Hey, ich mach dir nen Clip, der bringt dir garantiert 300.000 Views”. Und dennoch haben Nils und ich das geschafft, nicht für 50.000 sondern für 100 Euro (soviel hat der Clip gekostet). Zufall, Glück, Kreativität, Können? Keine Ahnung, aber trotzdem: Prost Nils, Prost Brauseboys und Herzlichen Glückwunsch!