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Die Lokalrunde ist eine Live-Unterhaltungsshow, die jeden letzten Freitag im Monat ab 21.30 Uhr im Admiralspalast in der Friedrichstrasse 101 in Berlin-Mitte stattfindet. Der Eintritt an der Abendkasse kostet 6,- Euro. Wer bequem über das Programm der nächsten Show informiert werden möchte und Freikarten gewinnen will, abonniert unseren Newsletter.
In jeder Show präsentiert das Team der Lokalrunde Live-Musik, Lesebühnentexte und kurze Videoclips. Zudem werden Gastkünstler von den Berliner Lesebühnen und den Poetry Slams unserer Republik eingeladen.
Die Lokalrunde ist aufgrund ihres Showformats zwar keine klassische Berliner Lesebühne, steht aber zu den Lesebühnen in enger Beziehung. Was eine Lesebühne ist, wird in der Wikipedia erklärt.
“Ich gelangte in einen anderen Bereich des Café Peking-Labyrinths, in die Verbotene Stadt. Nicht einmal die VIPs durften hier hinein, hatte mir Nichte Hase erzählt. [...] Ein verglaster Verbindungsgang führte auf eine kleine Lounge mit einer Bühne, die etwa ein Drittel des Raumes ausmachte und auf der elf Musiker standen und musizierten. Absurd: Ich passierte einen Kassenstand, einen Berliner Jungen in 30er-Jahre-Klamotten, der mich bat, Geld in seine Schiebermütze zu legen. Er nannte es >Spende für die Lokalrunde<. [...] Schon Nichte Hase hatte mir von dieser Lokalrunde erzählt, auf die der Chef so stolz sei: das Herz der ganzen Hundertmarkbewegung, das spirituelle Zentrum des Movements. Sie selbst hatte es aber auch nur von Dritten. Aber sie hatte recht. [...] Ich schaute gebannt auf Künstler und Publikum. Es wirkte alles sehr intim und sehr ... zeitlos. Auf der Probebühne von Brecht dürften dieselben Verhältnisse geherrscht haben. Oder auf der von Wladimir Kaminer im Kaffee Burger Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. [...] Doch Hundertmark machte weiter, unter der Erde, ohne jedes Wissen der verhaßten Medienwelt. Ich nahm eine Samsunit. Wie die Urchristen dem unbesiegbaren Römischen Imperium in ihren unterirdischen Kanälen trotzten, so trotzte er dem globalen Medienfaschismus – durch das Feiern jener Werte, die dieser scheinbar besiegt hatte: Nähe, Singen, Lachen. [...] Diese >Musiker< waren auch direkt aus Stetln in Galizien entsprungen, Hitler hatte es nie gegeben. Eine, wie es einst hieß, Pankokenkapelle. Fidelgeiger, Pauke, Blasinstrumente. Natürlich kamen sie nicht aus Galizien, aber immerhin aus Friedrichshain oder Pankow, und sie waren jung und bettelarm. [...] Was für eine Welt! Wahrscheinlich war es genau jener geographische Punkt in Europa, wo Ost- und Westjugendkultur zusammenwuchsen.“
Aus: Joachim Lottmann: „Die Jugend von heute“. Roman, Köln 2004, Kiepenheuer & Witsch, S. 311 ff.
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